Sieglinde Geisel > Kulturjournalistin & Autorin in Berlin

Das Lese- und Trostbuch für Lärmgeplagte

Neuerscheinung

»Weil er sich durch Lärm belästigt fühlte, hat ein 52-Jähriger seinen 69 Jahre alten Nachbarn erschlagen. Anschließend zerstückelte er die Leiche und versteckte sie im Wald.« Damit es niemandem so gehen muss wie dem Mann aus dieser Zeitungsmeldung, hat Sieglinde Geisel dieses höchst unterhaltsame Geräuschbuch über das Verhältnis des Menschen zur Akustik seiner Umwelt während der letzten 2000 Jahre geschrieben.

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Für den Tag, für die Nacht

Von Tätern und Untätern

In „Heldenfriedhof“ nähert Thomas Harlan sich den Tätern des Holocaust. Er nennt sie „Untäter“, ein erfundenes Wort mit einer doppelten Wahrheit. Nicht nur, indem sie Untaten begangen haben, sind die Täter Untäter. Sie verweigern die Erinnerung an diese Untaten, als wären die Untaten ungeschehen, „ungetan“. Beides ist Thema in „Heldenfriedhof“ – einem Text, der an die Grenzen dessen geht, was mit der deutschen Sprache möglich ist.

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Von Feinden und Kritikern

In der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „Freitag“ findet sich ein Interview mit dem Schriftsteller Clemens Meyer. Er hatte vor zwei Jahren den Buchpreis der Leipziger Messe bekommen. Dies hatte mich zu einer Polemik gereizt, die ich auf dem „Perlentaucher“ veröffentlicht habe. Auf die Frage „Sie können also gut mit Kritik umgehen?“ antwortet Clemens Meyer in dem Interview folgendermassen:

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Die Taubheit der Kritiker

Man lese folgende Sätze laut: „Ich kämpfe mich in der U8 durch eine Masse sozialer Härtefälle und gebe gegen diese aus Fleisch und Blut bestehende Unterschicht letztendlich auf.“ „Ich humple in die Wohnung, aus meiner Lippe sickert allen Ernstes Blut, und das verunsichert mich schon wieder total.“ „Auf meiner Haut zerstiebt eine Kälte, die nicht natürlich sein und nur durch die Energie einer beim Urknall erzeugten, kosmischen Hintergrundstrahlung entstanden sein kann oder so.“ „Tageslicht gilt es mit einer lässigen Geste abzuwinken.“

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