Das Spiel mit der Seele der anderen
16.09.2011 - 09:55 von Sieglinde Geisel (Kommentare: 0)
Zwei Sätze über das Lesen (oder überhaupt das Aufnehmen von Kunst), die einander berühren. Sie sagen im Grunde das Gleiche, nur die Perspektive ist eine andere. Valéry denkt von der Position des Dichters aus, von Matt von der Position des Lesers.
"Die Literatur ist die Kunst, mit der Seele der anderen Menschen sein Spiel zu treiben."
(Paul Valéry: Über die literarische Technik, in: ders., Zur Theorie der Dichtung und vermischte Gedanken, Werke Band 5, hg. von Jürgen Schmidt-Radefeldt. Frankfurt a.M. 1991)
"Nicht das sogenannte Werk ist die Hauptsache, sondern die Erfahrung, die dieses Werk möglich macht und uns abverlangt."
(Peter von Matt: Kultur und Geschwindigkeit: Überlegungen vor einem namenlosen Gedicht, in: ders., Die verdächtige Pracht, München 2005)
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