Aktuell
Termine
06.09.2026
Auf die Kanzel, fertig, los!
Gesprächsgottesdienst mit Pfarrerin Esther Bühler und Dr. h. c. Sieglinde Geisel
6. September 2026, 10:30
Stadtkirche Frauenfeld, Freiestrasse 12«Am Anfang war das Wort. Und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.»
Was Lesen und Schreiben mit Spiritualität zu tun haben.
Sieglinde Geisel hat sich zeitlebens mit Wörtern und Worten beschäftigt. Am liebsten stellt sie sich mit dem englischen Wort «writer» vor; ein Wort, das vieles umfasst, was sie tut: Journalistin für Print, Radio und Online sowie Buchautorin. Ihre Arbeit und zugleich ihre Passion sind Lesen und Schreiben. Als Mitarbeiterin in Literaturjurys versucht sie herauszufinden, was ein gutes Buch ist. Dabei beschäftigt sie auch die spirituelle Dimension von Lesen und Schreiben: «Ein guter Text macht etwas mit mir. Das Lesen verändert mich, meine Wahrnehmung, mein Bewusstsein, mein Verständnis für Menschen. Er öffnet mir einen Raum, der weiter ist als das, was wir mit dem Verstand begreifen können.» Als Schreibcoach begleitet sie Menschen im Prozess des Schreibens: Sie hilft ihnen, ihre eigene Sprache zu finden für das, was nur sie ausdrücken können. Im Gespräch erforschen Sieglinde Geisel und Esther Bühler-Weidmann, was Glaube mit Worten zu tun hat, wo sie Trost und Hoffnung finden und in welchen Texten und «Worten» ihnen Gott begegnet.
News
„Ich bin wohl der letzte Autor hier“
Zeit online, 16. August 2026
Interview mit Viktor Martinowitsch von Sieglinde Geisel
In Belarus sind die Bücher von Viktor Martinowitsch verboten. Ein Gespräch über seinen aktuellen Roman, die Angst und darüber, warum er trotz allem nicht ins Exil geht.
Viktor Martinowitsch hat acht Romane und mehrere Theaterstücke geschrieben. Auch sein neuester Roman »Das Gute siegt« (Voland & Quist), der voriges Jahr auf Deutsch erschien, kann nur im Ausland gelesen werden. Trotz allem weigert sich Martinowitsch, ins Exil zu gehen.
Link zum Beitrag: https://www.zeit.de/feuilleton/literatur/2026-08/viktor-martinowitsch-belarus-literatur-theater-verbot/komplettansicht
Aus Heimat und Sprache vertrieben. Schreiben im Exil
Deutschlandfunk Kultur, 12. Juli 2026 (156:56 Minuten)
Eine Lange Nacht von Sieglinde Geisel

Mehr als 120 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht – ein trauriger Rekord. Die Schriftstellerinnen und Schriftsteller unter ihnen kämpfen mit den gleichen existenziellen und bürokratischen Schwierigkeiten wie alle anderen. Zugleich befinden sie sich in einer besonderen Lage. Der Verlust der Sprache bedeutet für sie auch den Verlust ihres bisherigen Publikums. Und wer in seinem Land ein Literaturstar war, ist im Exilland oft völlig unbekannt. Hier ist er oder sie ein Außenseiter, doch gerade der Blick von außen kann für das Schreiben eine Ressource sein.
Die Autorinnen und Autoren, die in dieser Langen Nacht ihre Geschichte erzählen, kommen aus Belarus, Russland, Iran, Syrien, Eritrea, der Türkei und dem Sudan. Während des Nationalsozialismus hat Deutschland eine halbe Million Menschen ins Exil gezwungen, heute ist es zu einem Zufluchtsort geworden für vertriebene Schriftsteller:innen aus aller Welt.
Link zum Nachhören: https://www.deutschlandfunkkultur.de/lange-nacht-schreiben-im-exil-aus-heimat-und-sprache-vertrieben-100.html
„Uns allen droht eine Zukunft als Fremde“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. Februar 2026
Eine Rezension von Sieglinde Geisel
Die Journalistin Ece Temelkuran floh vor Erdoğan aus der Türkei, 2023 kam sie nach Deutschland. Sie schreibt über die bittere Erfahrung des Exils und warnt vor dem Heimatverlust der Menschen.

Weltgeschichte in Zitaten
Deutschlandfunk Kultur, 2. Februar 2026
Eine Rezension von Sieglinde Geisel
In ihrem Sachbuch „Melting Point“ erzählt die britische Autorin Rachel Cockerell die Geschichte ihrer jüdischen Familie in Zitaten. Das London der 1940er-Jahre wird dabei zu einem Fenster zur Weltgeschichte.

Coming of Age ist keine Option
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2025
Eine Rezension von Sieglinde Geisel
Das Damoklesschwert der Sterblichkeit: Daniel Mezgers Roman „Bevor ich alt werde“ fragt nach der genetischen Vorbestimmung in unserem Leben.

Die Rechten vom Spielbrett der Demokratie verbannen
Deutschlandfunk Kultur, 4. November 2025
Ein Kommentar von Sieglinde Geisel
Die extreme Rechte beschädigt ein Kerninstrument der Demokratie: die offene Diskussionskultur. Denn sie will gar nicht reden – ihr geht es allein um Terraingewinn. Grund genug, den politischen Dialog mit den Rechten einzustellen.
Page-99-Test: Dorothee Elmiger
tell, 23. Oktober 2025
Von Sieglinde Geisel
Den Spieß umdrehen
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Oktober 2025
„Daily Soap“ von Nora Osagiobare, Rezension von Sieglinde Geisel
Glänzend: In ihrem ersten Roman „Daily Soap“ macht sich die Schweizerin Nora Osagiobare über den alltäglichen Rassismus in ihrem Land lustig.
Doctor honoris causa der Sozialwissenschaften

Am 9. Mai 2025 wurde Sieglinde Geisel (4. v. l.) von der Universität St.Gallen die Ehrendoktorwürde der Sozialwissenschaften verliehen.
(Bild: Hannes Thalmann)
Meine Heimat ist eine fliegende Insel
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. März 2025, „Bilder und Zeiten“
Am kommenden Mittwoch erhält der belarussische Schriftsteller Alhierd Bacharevič zum Auftakt der Leipziger Buchmesse für seinen Roman „Europas Hunde“ den Preis für Europäische Verständigung.
Ein Gespräch mit Sieglinde Geisel über Politik und Literatur.